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Wilde Weiden

Landschaften, die sich entwickeln dürfen.

Wilde Weiden

Landschaften, die sich entwickeln dürfen.

Wilde Weiden sind für uns vielfältige Landschaften, in denen Naturentwicklung und extensive Beweidung zusammenspielen. Rinder, Pferde und Ziegen können dabei helfen, ein Mosaik aus offenen Flächen, höherer Vegetation, Gebüschen, Bäumen, Säumen und Feuchtbereichen zu entwickeln und zu erhalten.

Dabei verfolgen wir kein festes Idealbild. Jede Fläche ist anders – und darf sich anders entwickeln.

Die Landschaft gibt den Weg vor

Bevor eine Fläche beweidet wird, steht die Landschaft im Mittelpunkt: Welche Lebensräume sind bereits vorhanden? Welche Arten und Strukturen sollen erhalten und gefördert werden? Wie sind Boden und Wasserhaushalt beschaffen? Und wo kann mehr natürliche Entwicklung zugelassen werden?

Daraus entsteht ein Konzept, das zur jeweiligen Fläche passt.

Die Landschaft bestimmt das Beweidungskonzept – nicht umgekehrt.

Rinder, Pferde und Ziegen

Die verschiedenen Weidetiere nutzen eine Landschaft unterschiedlich. Genau diese Unterschiede können wir gezielt nutzen.

Rinder fressen vor allem Gräser und andere krautige Vegetation. Durch Fraß, Tritt und ihre Raumnutzung können unterschiedlich hohe und unterschiedlich intensiv genutzte Bereiche entstehen.

Pferde selektieren ihre Nahrung anders und können Vegetation sehr kurz abweiden. Gleichzeitig bleiben andere Bereiche weniger genutzt, wodurch ein räumliches Mosaik entstehen kann.

Ziegen nutzen stärker als Rinder und Pferde auch Gehölze, Blätter und junge Triebe. Sie können deshalb insbesondere dort interessant sein, wo Gehölzentwicklung beeinflusst werden soll.

Welche Tierarten tatsächlich eingesetzt werden, entscheidet immer die jeweilige Fläche. Nicht jede Weide braucht alle drei Tierarten.

Raum für Spezialisten

Offene und halboffene Lebensräume beherbergen Arten, die auf ganz bestimmte Bedingungen angewiesen sind. Manche benötigen kurzrasige Vegetation oder offene Bodenstellen, andere blütenreiche Säume, Altgras, Feuchtbereiche oder lichte Übergänge zwischen Offenland und Gehölzen.

Gerade solche Spezialisten der Offenlandschaft können verschwinden, wenn ihre Lebensräume intensiv genutzt werden, vollständig verbuschen oder ihre kleinräumige Strukturvielfalt verloren geht. Deshalb möchten wir unterschiedliche Strukturen und Übergänge erhalten und fördern.

Weide Wildnis e.V. möchte Lebensräume nicht nur allgemein vielfältiger machen, sondern auch Bedingungen schaffen und erhalten, von denen seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten des Offenlandes profitieren können. Welche Arten konkret gefördert werden sollen, richtet sich nach dem jeweiligen Standort und seinen vorhandenen oder potenziellen Artvorkommen.

Mehr als Gras

Eine wilde Weide soll für uns nicht aus einer möglichst gleichmäßig abgefressenen Grasfläche bestehen.

Blütenreiche Bereiche, Altgras und Hochstauden dürfen stehen bleiben. Gebüsche können Schutz bieten. Alte Bäume und Totholz schaffen weitere Strukturen. Durch Tritt können kleinräumig offene Bodenstellen entstehen. Senken und Feuchtbereiche dürfen Wasser führen.

So entsteht ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume – vom offenen Grasland über Säume und Gebüsche bis zu lichten Gehölzen und Feuchtbereichen.

Artenvielfalt braucht Unterschiede

Biodiversität entsteht nicht durch Gleichförmigkeit.

Eine Fläche, die überall gleich aussieht und gleich genutzt wird, bietet vor allem ähnliche Bedingungen. Wir möchten dagegen unterschiedliche Vegetationshöhen, Bodenstrukturen, Feuchteverhältnisse und Übergänge zulassen.

Davon können Pflanzen und Insekten ebenso profitieren wie Vögel und andere Tiere. Gleichzeitig sollen bereits vorhandene seltene oder bedrohte Arten Vorrang haben: Ihre Lebensraumansprüche müssen bei der Entwicklung und Beweidung einer Fläche berücksichtigt werden.

Raum für Wasser

Wo die Voraussetzungen vorhanden sind, möchten wir Wasser nicht möglichst schnell aus der Landschaft ableiten. Feuchte Senken, Kleingewässer, Gräben oder zeitweise überflutete Bereiche können Teil einer Weidelandschaft sein.

Welche Veränderungen des Wasserhaushalts möglich und sinnvoll sind, muss jedoch für jede Fläche einzeln betrachtet werden – einschließlich bestehender Nutzungen und rechtlicher Rahmenbedingungen.

So wenig Eingriff wie möglich – so viel wie nötig

„Wild“ bedeutet für uns nicht, eine Fläche einfach sich selbst zu überlassen.

Weidetiere brauchen Betreuung, und Naturschutzflächen müssen beobachtet werden. Problematische Entwicklungen können ein Eingreifen erforderlich machen. Gleichzeitig soll nicht jede Veränderung sofort korrigiert werden.

Beobachten. Verstehen. Eingreifen, wenn es notwendig ist. Entwicklung zulassen, wo es möglich ist.

Unsere Weiden & Projekte

Jede Fläche erzählt ihre eigene Geschichte.

Weide Wildnis e.V. möchte im Kreis Steinfurt nach und nach unterschiedliche Weidelandschaften entwickeln. Dabei soll jedes Projekt aus den Bedingungen der jeweiligen Fläche entstehen.

Für jede Fläche möchten wir transparent zeigen: Ausgangslage → Ziele → Weidetiere → Maßnahmen → Entwicklung.

Eine Fläche für Weide Wildnis e.V.?

Du besitzt eine Fläche im Kreis Steinfurt und kannst dir vorstellen, sie langfristig für Natur und Landschaft zu entwickeln?

Dabei muss es nicht bereits die „perfekte“ Naturschutzfläche sein. Entscheidend ist, welches Potenzial vorhanden ist und welche Entwicklung möglich sein könnte.

Fläche anbieten →